Freedom 251 – ein Smartphone für nur 4 Dollar


Ab wann ein Handy als billig gilt, ist weltweit sehr unterschiedlich. Bei Apple fangen die billigen Einsteigergeräte mit dem neuen iPhone SE bei 489 Euro an. In Deutschland bekommt man die billigsten Gerät auf dem Markt im Preisbereich zwischen 30 bis 50 Euro, wobei dass dann in der Regel keine Smartphones sind, sondern normale Handys ohne Touchscreen. Smartphone liegen im Preisbereich von 50 bis 100 Euro – wenn man ein billiges Gerät haben möchte. Selbst im Prepaid Bereich wird es nicht viel preiswerter, die Geräte liegen hier auch bei mindestens 50 Euro.

Für Indien wäre das immer noch zu viel, denn das monatliche Einkommen liegt im Subkontinent bei durchschnittlich 100 Euro. Pro Monat. Daher haben auch noch viele Inder kein Handy. Nur jeder 6. Inder kann derzeit auf ein Smartphone zurückgreifen, mehr als 1 Milliarde Inder müssen ohne diese Technik auskommen.

Ringing Bells bietet „Handy für Jeden“

Die indische Firma Ringing Bells möchte erreichen, dass sich jeder in Indien ein Handy leisten kann und hat daher ein Smartphone entwickelt, dass extrem billig ist. Das sogenannte Freedom 251 soll für Jeden zur Verfügung stehen und daher kommt auch der Name. Das Gerät kostet nur 251 Rupien. Das sind umgerechnet etwa 4 Dollar oder etwa 3.25 Euro.

Zum Vergleich: die neuste iPhone Generation kostet derzeit mindesten 699 Euro. Ein neues Samsung Galaxy liegt ebenfalls in diesem Preisbereich und wird derzeit für etwas mehr als 600 Euro verkauft. Man bekommt also für ein iPhone etwa 200 Freedom 251 oder für ein Samsung Galaxy S7 ca. 180 Freedom 251 Modelle. Das ist wirklich extrem preisgünstig.

Bei den technischen Daten sollte man daher auch nicht zu viel erwarten. Die Technik ist ebenfalls in erster Linie preiswert und gewinnt sicher keine Leistungsrekorde.

Die technischen Daten des Freedom 251 im Überblick:

  • 4-Zoll-Touchscreen

  • mit 1,3 Gigahertz getakteter Vierkern-Prozessor

  • 1 Gigabyte Arbeitsspeicher, 8 Gigabyte Datenspeicher (erweiterbar bis auf 32 GB)

  • Android Lollipop (5.1)

  • Kameras mit 3,2 beziehungsweise 0,3 Megapixeln

  • Akku 1.450 Milliamperestunden

Besonders bei der Kamera müssen Nutzer deutliche Abstriche machen. 3,2 Megapixel deuten auf eher schlechte Fotos mit geringer Auflösung hin, dazu dürfte auch Sensor und Blende (dazu macht das Unternehmen leider keine Angaben) wenig effektiv sein. Allerdings sind die Geräte auch nicht unbedingt als Foto-Handys konzipiert sondern für die mobile Kommunikation. Es stand also im Fokus, nutzbare Geräte für Gespräche und Internet zu schaffen, die Kamera ist da nur eine Art Zugabe.

Der Akku mit 1450mAh wirkt auch eher klein, dürfte allerdings aufgrund des kleinen Displays und des wenig leistungsfähigen Prozessors relativ lange halten.

Kein Marktstart in Europa geplant

Für deutsche Sparfüchse und allgemein preisbewusste Nutzer auf dem deutschen Markt gibt es aber eine schlechte Nachricht: die Geräte werden wohl nicht außerhalb von Indien vertrieben werden.

Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen kann der Preis von 251 Rupien nicht mit marktüblichen Mitteln erreicht werden sondern es waren umfangreiche Zuschüsse der indischen Regierung notwendig gewesen. Über die Initiativen „Make in India“ und „Digital India“ flossen viele Steuergelder in das Projekt und man möchte daher nicht, dass damit andere Länder quersubventioniert werden.

Darüber hinaus rechnen die Macher nicht damit, dass es wirklich eine Markt für diese Geräte in den Industrieländer gibt. In Deutschland und den USA sind Handys schon längst über ihren eigentlichen zweck zu Statussymbolen geworden und werden über Design und Anspruch verkauft. Der Kundenkreis für ein absolutes Billig-Gerät mit der Technik von vor 10 Jahren dürfte daher weitgehend überschaubar sein und lohnt einen Marktstart nicht.

In Deutschland muss man daher auch weiterhin mindestens 30 bis 50 Euro für ein preiswertes Handy ausgeben – absolute Billig-Smartphones für unter 10 Euro bleiben den Entwicklungsländern vorbehalten.


Über kleckerlabor

Mein Name ist Patries. Ich bin Künstlerin, Bloggerin, Kurzhaar Collie Liebhaberin '& Sponge Bob Fan. Wohnen tue ich in Bielefeld, auch wenn ich keine „waschechte“ Ostwestfale, sondern gebürtige Holländerin bin.”

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